Die Geschichte des Skifahrens

Bretter, die die Welt bedeuten

Die Geschichte des Skifahrens

 

„Bretter“ nennen wir die Skier in Tirol noch immer. Schließlich wurden sie jahrhundertelang aus Holz gefertigt. Die Bindung bestand nicht selten aus geflochtenen Weidenzweigen. Überdies haben viele Menschen sich Skier im 19. und 20. Jahrhundert noch selbst gebaut. Bis etwa 1960 fuhr man in Tirol oft mit selbstgebauten Skiern. Schließlich ging es anfangs gar nicht ums Sporteln. Das Wort Ski kommt aus dem Norwegischen und bedeutet „Holzscheit“. Man spaltete Holzstämme. Und zwar so lange, bis sie die richtige Größe und Stärke hatten.

  • Die Geschichte des Skifahrens in Tirol.
    Solide Holzskier - so lange ist es noch nicht her. Es können sich einige noch daran erinnern, als Kinder damit gefahren zu sein.

Skier – das Fahrrad der Berge

Vor 200 Jahren und bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein benutzten Menschen die Skier als Fortbewegungsmittel. In den verschneiten Bergen Tirols musste man oft lange Distanzen zurück legen. Zu Fuss konnte das lange dauern. Was lag näher als bei der Jagd, bei Wanderungen und auch bei Besorgungen auf Bretter zu steigen?

Tourenskigehen ist in den letzten Jahren wieder sehr modern geworden in den Alpen. Die Betonung liegt dabei auf wieder. Vor 200 Jahren war es für viele Tiroler normal, den Nachhauseweg auf Skiern zu meistern.
Nicht vergessen möchten wir hier auch den Schlitten. Er war Fortbewegungsmittel Nummer 1 in den verschneiten Bergen. Solange bis bergtaugliche Geländewagen verfügbar waren. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wie die Skier sportlich wurden

Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in Norwegen erste Skiwettläufe. Legendär ist das erste Abfahrtsrennen im norwegischen Telemark. Dort fuhr man schon 1870 talwärts um die Wette. Der erste Slalom hingegen geht auf den Österreicher Matthias Zdarsky zurück. Ehe er 1905 die Fähnchen setzte, war es ihm ein Anliegen die Skiausrüstung zu verbessern. In der Folge entwickelte er die Stemmbogentechnik und veröffentlichte das erste Skilehrbuch “Die alpine Skilauftechnik”. Hannes Schneider war es dann, der diese Technik weiterentwickelte. Der Tiroler Skisport Pionier gründete 1922 eine Skischule am Arlberg. Auf ihn geht auch die sogenannte “Arlbergtechnik” zurück. Der Skipionier Franz Reisch rutschte 1893, mit den 1892 in Norwegen gekauften Skiern, das Kitzbühler Horn hinunter.

 

Ab 1920 geht die Post ab

Es waren Tiroler Winterurlaubsorte, die das Skifahren in den 1920er Jahren groß machten. Seefeld in Tirol und Lech am Arlberg leisteten Pionierarbeit. In den Kinos liefen Skifilme, Luis Trenker wurde weltberühmt. Der Internationale Skiverband wurde gegründet und 1931 fanden die ersten alpinen Skiweltmeisterschaften statt. Wenige Zeit später wurde Skifahren olympisch!
Der Tiroler Anton Seelos aus Seefeld entwickelte den Parallelschwung und ging damit in die Sportgeschichte ein.

Heute sind die Schier aus Metall oder aus Kunststoff. Es hat sich viel getan im Skisport. Im Hobbysport ebenso wie im Profibereich. Aber eines bleibt: die Gaudi, wenn’s den Berg hinunter geht.

 

Der Jaga danach

Mit dem Skifahren ist auch der Tiroler Jagatee richtig groß geworden. Schließlich schmeckt eine Tasse heißer Tee mit Rum und den anderen kleinen Jagatee-Geheimzutaten im Schnee am besten. Und wider einmal waren es die Tiroler, die auch das Apres Ski weltbekannt gemacht haben. Aber wenn ihr das nächste mal an der Apres-Ski-Hütte steht, nicht vergessen: „Zum Wohle und zum Genuss, aber niemals im Überfluss.“

Wir sind neugierig: Wo wart ihr schon Skifahren?

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