Giftige Geschichte – der Kräuterbitter

Giftige Geschichte – der Kräuterbitter

Hand aufs Herz! Wer hat in der letzten Zeit nicht einmal reingeschaut in die Serien und Filme rund um das dunkle, aufregende Mittelalter? Die große Epen, die mutigen Ritter, die wunderschönen geheimnisvollen Frauen…das ist der Stoff für ganz großes Kino.

 

Kräuterbitter aus Tirol

 

Uns interessiert das Mittelalter aus einem anderen Grund: unser vollmundiger Kräuterbitter hat seine Wurzeln in dieser spannenden Zeit. Die ersten Kräuterspirituosen wurden von Mönchen gebraut. Ursprünglich galt die Suche nach den besten Rezepten nicht dem Genuss sondern der Gesundheit. Jedes Kloster wollte möglichst viele Kräuter, Wurzeln und geheime Ingredienzien in seinen Tinkturen vereinen. Geschmeckt hat das Ganze oft fürchterlich.

 

Tollkirsche & andere spannende Zutaten

Aber nicht nur der Geschmack ließ im Mittelalter zu wünschen übrig. Der ein oder andere gar zu ehrgeizige Alchemist hat schon einmal giftige Pflanzen wie bspw. die Tollkirsche untergemischt. Ebenso verarbeitete man Mohn, was auch nicht ungefährlich war. Verabreicht wurden die Tränke den Schwachen und Kranken. Mit oft bösen Folgen.

 

Der Kräuterbitter heute

Die Heilkraft der Kräuter fand ihre Wirkung nicht im Kräuterbitter, sondern in zahlreichen Salben, Tinkturen und Tees. Diese werden noch heute gerne und oft eingesetzt. Mit dem Genussprodukt Kräuterbitter haben sie aber wenig zu tun.

 

Heute ist der Kräuterbitter vor allem eine echte Gaumenfreude. Er hat immer noch den Nimbus des wohltuenden Trankes – schließlich wird eine lange Liste von wertvollen wildgewachsenen Kräutern für seine Herstellung verarbeitet.  Aber die Wohltat liegt im Genuss und ist heute genau gesetzlich geregelt. Eine betreffende EU-Verordnung besagt, dass Kräuterspirituosen die mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter enthalten, als Kräuterlikör gelten und gekennzeichnet werden müssen. Enthalten sie weniger, werden sie als Bitter deklariert. Ein Mindestalkoholgehalt von 15 % Vol. ist ebenso Voraussetzung wie der bittere Geschmack.

 

Die Verheiratung des Alpenkräuter Wurzelbitter

Salbei, Angelikawurzel, Galgant, Enzianwurz, Krauseminze, Meisterwurz, Zitwerwurzel und Tausendguldenkraut sind nur einige Zutaten der langen Liste. Jedes Kraut wird einzeln schonend mazeriert. Anschließend werden die Mazerate zum Reifen behutsam in Fässer abgefüllt. Und nun erfolgt der spannendste Teil: die gereiften Essenzen werden nach einer alten Rezeptur miteinander „verheiratet“, sprich gemischt.

 

Kräuterbitter aus Tirol

 

Nach der Verheiratung wird der Alpenkräuter Wurzelbitter behutsam in Flaschen abgefüllt und kann getrunken werden. Der Genießer schätzt seinen leicht bitteren, fein süßlichen Geschmack und erkennt darin den Geschmack unzähliger Kräuter.

 

Auf euer Wohle!

|