Kräutergarten: Multitalent Salbei

Kräutergarten: Multitalent Salbei

 

In der Kräuterdestlillerie verarbeiten wir seit über 100 Jahren frische Kräuter zu wohltuenden Spirituosen. Dadurch hat sich einiges an Wissen rund um die wertvollen Zutaten angesammelt. In den nächsten Wochen und Monaten stellen wir euch hier im Blog die wichtigsten Kräuter vor. Ihr werdet überrascht sein, welch große Wirkung in den kleinen grünen Kräutchen verborgen liegt. Als erstes ist der Salbei dran.

 

Wunderkraut Salbei - für den Kräuterbitter der Kräuterdestillerie

 

Kräutersteckbrief Salbei

Es gibt über 900 Sorten dieses Krautes. Aber nur der Echte Salbei wird als Heilkraut verwendet. Er wird auch Gartensalbei genannt und ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen überhaupt. Nomen est omen, schließlich kommt das Wort Salbei vom Lateinischen salvare = heilen – gesund sein.

 

Salbei blüht von Mai bis Mitte Juli. Dann sieht man die schönen weiß violette Blüten in den Gärten. Am besten gedeiht er an sonnigen Stellen. Wer ihn selbst anbauen will, kann das etwa an der Südseite von Balkonen in Töpfen machen. Das bescheidene Kraut benötigt zum einen nur einen kargen und trockenen Boden. Außerdem braucht es auch wenig Wasser und kaum bis gar keinen Dünger.

 

Geschichte des Krautes

Schon die alten Römer waren vertraut mit dem Sammeln des aromatischen Krautes. Es wurde für viele Beschwerden als Heilkraut eingesetzt – sogar die Pest versuchte man damit zu lindern. Schon damals war es auch ein beliebtes Gewürzkraut in der mediterranen Küche.

 

Die Römer waren es auch, die den Salbei über die Alpen nach Mitteleuropa brachten. Einmal hier angekommen, wurde er zu einem der wichtigsten Kräuter in den Kloster- und Bauerngärten. Seine vielseitigen Heilwirkungen machten ihn auch in Tirol außerordentlich beliebt.

 

Gartensalbei wird heute in vielen europäischen Ländern angebaut. In Italien findet man ihn immer noch wild, schließlich liebt er kalkhaltige und sandige Böden.

 

Wunderkraut Salbei - für den Kräuterbitter der Kräuterdestilerie

Aus der alten Tiroler Hausapotheke

Schon seit Jahrhunderten wussten die Tiroler um die Wirkung des Gartensalbei bescheid. Er enthält reichlich Gerb- und Bitterstoffe. Diese sollen Blähungen lindern und die Verdauung anregen. Die ätherischen Öle, die im Salbei enthalten sind wirken antibakteriell. So soll Salbeitee auch bei Erkältungen helfen und sogar Zahnfleischentzündungen lindern. Altbekannt ist in der Tiroler Hausapotheke auch die Verwendung von Gartensalbei als Mittel gegen übermäßige Schweißbildung.

 

Wir haben in unserer Kräuterbücher-Bibliothek gestöbert und einen interessanten Auszug gefunden:

„[…] Ein Salbeitee wirkt beruhigend, setzt die Schweißabsonderung herab und beeinflusst Magen und Darm günstig. Das ätherische Öl hat eine desinfizierende Wirkung. 2 bis 3 Tasse Salbeitee pro Tag trinken. Oder zum Gurgeln verwenden.[…] “ Zitat aus „Das große Buch der Heilpflanzen – Apotheker M. Pahlow – Verlag Gräfe und Unzer – 1979 – S. 275

 

Weiters sehr interessant, falls ihr einmal die Zahnbürste vergessen habt:

„[…] Mit frischen Salbeiblättern die Zähne und das Zahnfleisch gerieben, erhält sie sauber und gesund.[…] “ Zitat aus „Gesundheit durch Heilkräuter – Richard Willfort – Rudolf Trauner Verlag – 1977 – S. 423

 

An dieser Stelle möchten wir aber darauf hinweisen, dass dies keine Empfehlungen unsererseits sind, sondern alt überliefertes Kräuterwissen. Solltet ihr Beschwerden haben, bitte immer Arzt oder Apotheker konsultieren.

 

 

Salbeitee – die richtige Zubereitung

Salbeitee kann sowohl mit frischen, als auch mit getrockneten Salbeiblättern zubereitet werden. Für frische Blätter gilt: vor dem Aufgießen in Stücke schneiden. Nur dann entfalten sich die Aromen.

 

Wasser kochen und dann etwas kühlen lassen. Die ideale Temperatur ist 80 Grad C. Kocht das Wasser noch, kann es die wertvollen Inhaltsstoffe des Krautes zerstören und den Tee bitter machen. Einen gehäuften Esslöffel Salbei pro Tasse Wasser verwenden. Drei bis fünf Minuten ziehen lassen und dann noch heiß trinken.

 

Rezept: Ravioli mit Salbeibutter

Salbei Ravioli Rezept

 

Salbei ist nicht nur ein äußerst beliebtes Heilkraut, sondern wird auch in der Küche gern eingesetzt. Für den schnellen Hunger kann man fertig gekaufte Ravioli aus dem Kühlregal mit Salbeibutter raffinierter machen. Dafür einfach Butter in einer Pfanne zerlassen. Dann bei niedriger Temperatur frische Salbeiblätter einige Minuten darin knusprig braten. Das Ganze auf die fertigen Ravioli, etwas Parmesankäse drauf und fertig ist ein wunderbares, mediterranes Gericht. Wie man Ravioli selbst macht, verraten wir euch in Kürze hier im Blog.

 

In der Kräuterdestillerie setzen wir regelmäßig frisches Salbeimazerat an. Das wird dann beispielsweise im Alpenkräuter Wurzelbitter verarbeitet. Dieser wunderbare Digestiv und Muntermacher passt hervorragend nach einem guten Essen.

 

Wohl bekomm’s!

 

 

  • Takuto

    Gut auch für Salbeispaghetti. Übrigens, der dalmatinische Sabei wird von vielen Hobbygärtnern zu den besten in puncto Robustheit, Wuchs und Geschmack gezählt.

  • Sabine Geiser

    Salbeispaghetti klingt sehr gut! Das müssen wir unbedingt ausprobieren. In der Tat ist der dalmatische Salbei eine gute Wahl. Er ist der größte und robusteste seiner Art. Vielen Dank für die interessanten Inputs!
    Schönen Gruß aus Tirol

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