Vielseitiger Berg-Wacholder

Vielseitiger Berg-Wacholder

 

In der Kräuterdestlillerie verarbeiten wir seit über 100 Jahren frische Kräuter zu wohltuenden Spirituosen. Dadurch hat sich einiges an Wissen rund um die wertvollen Zutaten angesammelt. Heute wollen wir euch ein Kraut vorstellen, das im Grunde gar keines ist: den Tiroler Bergwacholder. Viele behaupten, er sei die älteste Würze in der Tiroler Küche…

 

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Steckbrief Bergwacholder

Der Wacholder ist in ganz Europa, der Bergwacholder in den Alpen beheimatet. Er ist ein weitverbreiteter Strauch, der sandige Böden liebt. In Tirol wird er häufig Kranewitter oder Kranebitter genannt. Sein lat. Name ist „Juniperus communis“.

 

Er gehört zur Familie der Zypressengewächse. Seine kräftigen Wurzeln sind zäh und reichen tief in die Erde. Die Äste verzweigen sich schon tief am Boden. Man möchte meinen, der Wacholder hätte Nadeln. Dem ist ist nicht so. Die Blätter sind so dünn. Seine kugeligen Früchte – die Wacholderbeeren – haben wenn sie reif sind eine intensive, fast schwarze Färbung.

 

Wacholder ist immergrün und dufted angenehm harzig. Der Strauch kann bis zu 10 m hoch werden, was aber eine Ausnahme darstellt.

 

Geschichte des Krautes

Der Wacholder ist in ganz Europa heimisch und weit verbreitet. Die Sträucher standen schon bei den Germanen in hohem Ansehen. Im Mittelalter wurden die Beeren als Medizin und Räucherwerk verwendet. Die Beeren wurden zerkaut, mit Wacholderöl wurde inhaliert und in der Tiroler Küche wird es schon Jahrhunderte lang als Würze verwendet.

 

Für den Wacholder, den wir in der Kräuterdestillerie verarbeiten, macht sich unser Produktionsteam selbst auf den Weg in die Berge. Der Tiroler Bergwacholder wird alljährlich von den Kollegen auf der Kemater Alm nachhaltig gesammelt und geschnitten.

 

 

 

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Aus der alten Tiroler Hausapotheke

Schon seit Jahrhunderten wussten die Tiroler um die Wirkung des Wacholder. Er enthält wertvolles ätherisches Öl und Wacholder soll antibakteriell, schweißtreibend und schmerzlindernd
wirken. Wir haben in unserer Kräuterbücher-Bibliothek gestöbert und interessante Anwendungen gefunden:

„[…] Wacholder Fußbad – Ein Sud aus den Nadeln kann als Fußbad angewendet, die Durchblutung in den Füßen fördern.

Zerkauen der Beeren – Die zerkauten Beeren sollen vor Infektionen im Mund- und Rachenraum schützen, die Verdauung anregen und bei Sodbrennen helfen. Zudem lindern sie Mundgeruch.[…] “ Zitat aus „Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten – M. Luise Kreuter – BLV Gartenberater

An dieser Stelle möchten wir aber darauf hinweisen, dass dies keine Empfehlungen unsererseits sind, sondern alt überliefertes Kräuterwissen. Solltet ihr Beschwerden haben, bitte immer Arzt oder Apotheker konsultieren.

Rezept: Sauerkraut mit Bauernwürsten und Knödel

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Zutaten
1 mittelgroße Zwiebel
500 g frisches Sauerkraut, (oder a.d. Dose)
2 El Butter
1 Tl Zucker
2 Lorbeerblätter
3 Wacholderbeeren
200 ml Brühe
Salz und Pfeffer

 

Zubereitung
Zwiebel klein schneiden. Sauerkraut in einem Sieb abtropfen lassen. Butter im Topf zerlassen und die Zwiebeln darin dünsten. Das Sauerkraut zugeben und kurz dünsten. Salz, Pfeffer, Zucker, Lorbeer und Wacholderbeeren zugeben. Brühe eingießen und zugedeckt bei mittlerer Hitze 45 Min. köcheln lassen. Die vorgekochten Bauernwürste 15 min vor Ende der Garzeit mit in den Topf geben. Eventuell nachwürzen.

 

Dazu passen hervorragend Tiroler Knödel. Wie man diese Speckknödel selbst macht, verraten wir euch auch hier im Blog – zum Speckknödelrezept.

 

In der Kräuterdestillerie stellen wir für mehrere Produkte selbstangelegtes Wacholdermazerat her. Die Zweige findet ihr in der Flasche des Kristall Feuerlikörs. Eine ganz besondere Wacholderspezialität aus unserer Destillerie – schmeckt pur, angezündet in einem Tiroler Feuerritual oder auch über süße Desserts.

 

Wohl bekomm’s!

 

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