Majoran – starkes Kraut!

Majoran – starkes Kraut!

 

Seit über 100 Jahren verarbeiten wir in der Kräuterdestlillerie frische Kräuter zu wohltuenden Spirituosen. Das Wissen rund um die wertvollen Zutaten sammeln unsere Alchemisten und erweitern es ständig.

Welch große Wirkung in den kleinen grünen Kräutchen verborgen liegt, erstaunt uns immer wieder. Heute möchten wir euch den Majoran vorstellen – genügsam im Anbau, aber sehr wirksam und schmackhaft.

 

 

Kräutersteckbrief Majoran

Der Echte Majoran ist in den Ländern rund um das Mittelmeergebiet beheimatet. Im warmen Klima ist er ein ausdauernder kleiner Strauch. Bei uns in Tirol ist er nur einjährig, hat aber in Küche und Hausapotheke eine lange Tradition.

 

Der Majoran ist ein sogenannter Lippenblütler mit kleinen, eiförmigen Blättchen. Zwischen Juni und September blüht er lila, rosa und weiß. Die Pflanze kann bis zu 50 cm hoch werden.

 

Das aromatisch Kraut benötigt viel Wärme und Sonne. Leichte, durchlässige Böden, die relativ nährstoffreich sind, mag der Majoran am liebsten. Wer ihn selbst ziehen möchte, sät am besten im Mai aus. Die feinen Samen werden leicht mit Erde bedeckt und keimen nach 2-3 Wochen.

 

Geschichte des Krautes

Schon die alten Ägypter und die Römer kannten den Majoran. Auch in alten griechischen Schriften kommt er vor. Beliebt war und ist das Kraut wegen seines typischen, starken Geschmacks und seiner gleichzeitigen lieblichen Note.

Seit dem 16. Jahrhundert wird er auch in unseren Breiten angebaut und vielseitig in Küche und Hausapotheke eingesetzt.

 

Wunderkraut Salbei - für den Kräuterbitter der Kräuterdestilerie

Aus der alten Tiroler Hausapotheke

Schon seit dem 16. Jahrhundert wussten die Tiroler um die Wirkung des Majoran bescheid. Er enthält reichlich Gerb- und Bitterstoffe und wertvolle ätherische Öle, die u.a. bei zahlreichen Verdauungsbeschwerden helfen können.

 

Wir haben in unserer Kräuterbücher-Bibliothek gestöbert und einen interessanten Auszug gefunden:

„[…] Ein Majorantee wirkt bei Bauchschmerzen und bei zahlreiche Frauenleiden, setzt die Schweißabsonderung herab und beeinflusst Magen und Darm günstig. […] “ Zitat aus „Das große Buch der Heilpflanzen – Apotheker M. Pahlow – Verlag Gräfe und Unzer – 1979.

 

Weiters sehr interessant: Majoran soll auch die Psyche stärken. Das Kraut wurde im Mittelalter gekaut, was beruhigend gewirkt haben soll.

 

Angesetzt wird der Majoran sehr gerne in einen wertvollen Öl – Olivenöl oder hochwertiges Maisöl. Das Öl kann dann hervorragend für Salate verwendet werden.

 

An dieser Stelle möchten wir aber darauf hinweisen, dass dies keine Empfehlungen unsererseits sind, sondern alt überliefertes Kräuterwissen. Solltet ihr Beschwerden haben, bitte immer Arzt oder Apotheker konsultieren.

 

 

Majorantee – die richtige Zubereitung

Majorantee kann bei Magenbeschwerden und Blähungen verwendet werden. Er kann sowohl mit frischen, als auch mit getrockneten Majoranblättern zubereitet werden. Für frische Blätter gilt: vor dem Aufgießen in Stücke zupfen. Nur dann entfalten sich die Aromen.

 

Wasser kochen und dann etwas kühlen lassen. Die ideale Temperatur ist 80 Grad C. Kocht das Wasser noch, kann es die wertvollen Inhaltsstoffe des Krautes zerstören und den Tee bitter machen. Etwa 4 g Majoran pro Tasse Wasser verwenden. Etwa 6 Minuten ziehen lassen und dann noch heiß in kleinen Schlucken trinken. Das Ganze am besten 2 mal pro Tag.

 

 

Rezept: Leberknödel mit Majoran

 

Majoran ist nicht nur ein äußerst beliebtes Heilkraut, sondern wird auch in der Tiroler Küche gern eingesetzt. Wir haben heute ein ganz besonders typisches Rezept für euch – die klassischen Tiroler Leberknödel.

 

Zutaten:

4 Semmel – 250 g Rindsleber – 2 Zwiebeln – ein Bund Petersilie – 60 g Butter – 1 Prise Salz und Pfeffer – 1 TL Majoran – eine Knoblauch-Zehe – 2 Eier – 100 g Semmelbrösel – Brühe

 

Zubereitung:

Die Leber durch einen Fleischwolf drehen. Semmeln in kleine Würfel schneiden, in 50 ml Wasser einweichen und anschließend gut ausdrücken. Zwiebel schälen und in sehr feine Würfel schneiden. Knoblauch pressen und Petersilie fein hacken.

 

In einer Pfanne Butter zerlassen. Zwiebel, Knoblauch, die Petersilie und den Majoran zufügen. Alles erkalten lassen.

 

In einer Schüssel Semmel, Leber und das Zwiebelgemisch vermengen. Dann Ei, Semmelbrösel, Salz und Pfeffer dazu geben. Alles gut verkneten und 10 Minuten ruhen lassen.

 

Mit angefeuchteten Händen kleine Knödel formen. Nun für etwa 20 Minuten (je nach nach Größe auch 5 min mehr) in leicht gesalzenem Wasser köcheln lassen.

 

In der Brühe vor dem Servieren noch etwas durchziehen lassen.

Guten Appetit!

 

 

In der Kräuterdestillerie setzen wir regelmäßig frisches Majoran-Mazerat an. Das wird dann beispielsweise im Alpenkräuter Wurzelbitter verarbeitet. Dieser wunderbare Digestiv und Muntermacher passt hervorragend nach einem guten Essen.

 

Wohl bekomm’s!

 

 

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