Lindenblüte – das sanfte Hausmittel!

Lindenblüte – das sanfte Hausmittel!

 

Welch große Wirkung in unseren heimischen Pflanzen verborgen liegt, erstaunt auch uns selbst immer wieder. In diesem Beitrag möchten wir euch die Lindenblüte vorstellen. Die Linde selbst ist bekannt als der sanfte Baum, der ein Symbol für den Frieden darstellt. Seine Blüten sind seit Jahrhunderten ein beliebtes „Heilkraut“ in der Tiroler Hausapotheke.

 

Steckbrief Lindenblüte

Die Linde ist in Mitteleuropa beheimatet. Der mitunter sehr große Baum blüht wunderschön und duftend zwischen Mai und Juli. Eine Linde kann bis zu 30 Meter hoch und bis zu 800 Jahre alt werden. Es gibt 40 verschiedene Arten, wie z.B. die Sommerlinde, die Winterlinde und die Silberlinde.

 

Sehr wichtig ist die pollenreiche Linde für die heimischen Bienen. Abgesehen davon, dass die Bienen einen unschätzbaren Dienst für die Pflanzen und uns Menschen tun, entsteht dabei der wunderbar schmackhafte Lindenblütenhonig.

 

Interessant: auch die Blätter vieler Arten sind essbar. Vor allem aber wird aus ihnen ein aromatischer und wohltuender Tee gebraut.

 

Geschichte der Linde

In Europa hat die Linde eine lange Kulturgeschichte. Sie kommt in vielen heimischen Sagen vor. Die Germanen verehrten sie aufgrund ihres Alters als heiligen Baum.

 

Nicht zu vergessen das Lindenblatt, das in der Nibelungensaga Siegfried eine verwundbare Stelle beschert. Als Siegfried im Drachenblut badet, das in unsterblich machen soll, fällt ein Lindenblatt zwischen seine Schulterblätter. Genau an dieser Stelle bleibt er verwundbar.

 

Auch interessant: im Mittelalter wurde vielerorts unter Lindenbäumen Gericht gesprochen. Ein großer Lindenbaum in der Mitte des Ortes war auch der Treffpunkt für das soziale Leben. Nach einem Krieg pflanzte man oft eine neue Linde als Friedensbaum. All das zeigt, dass die Linde einen hohen Stellenwert bei den Menschen in Europa hatte.

 

Aus der alten Tiroler Hausapotheke

Schon seit dem Mittelalter wussten die Tiroler um die wohltuende Wirkung der Lindenblüte. Ein Aufguss aus Lindenblüten schmeckt gut und soll die Abwehrkräfte stärken. Man geht davon aus, dass sie grippale Infekte vorbeugen kann.

 

Beliebt ist die Linde und der Tee daraus auch bei Erkältungen. Die enthaltenen Schleimstoffe helfen gegen Hustenreiz und sollen Halsschmerzen lindern.

 

Auch gegen Kopfschmerzen setzte und setzt man den Lindenblüten Tee ein.

 

Wir haben in unserer Kräuterbücher-Bibliothek gestöbert und einen interessanten Auszug gefunden:

„[…] Ein Lindenblütentee wirkt bei Kopfschmerzen und bei zahlreiche Frauenleiden, er lindert Halsschmerzen und beruhigt Reizhusten. […] “ Zitat aus „Das große Buch der Heilpflanzen – Apotheker M. Pahlow – Verlag Gräfe und Unzer – 1979.

 

An dieser Stelle möchten wir aber darauf hinweisen, dass dies keine Empfehlungen unsererseits sind, sondern alt überliefertes Kräuterwissen. Solltet ihr Beschwerden haben, bitte immer Arzt oder Apotheker konsultieren.

 

Lindenblütentee – die richtige Zubereitung

Lindenblütentee schmeckt mild und wohltuend. Er wird getrunken bei Erkältungen oder einfach um sich etwas Gutes zu tun.

 

Sammeln kann man die Lindenblüte zwischen Juni und Juli. Es ist wichtig Bäume auszusuchen, die fern von stark befahrenen Straßen stehen. Es soll nicht regnen, am besten sonnig sein. Ideale Tageszeit ist der späte Vormittag.

 

Die frische gepflückten Blüten legt ihr am besten auf einem weißes Tuch oder einem Trockensieb aus. Wer die Möglichkeit hat, legt sie ins Freie (Balkon/Terrasse). Vermeidet aber direkte Sonneneinstrahlung, die zu stark für die Wirkstoffe sein könnte.

 

Die trockenen Blüten kann man in einem Glas oder einer Metallbox ohne weiteres über ein Jahr lang aufbewahren und bei Bedarf verwenden.

 

Für den Tee selbst kocht Wasser und lässt es auf etwa 80 Grad C. abkühlen. Für eine Tasse etwa 2 Teeflöffel Lindenblüten ca. 10 Minuten ziehen lassen. Fertig ist der wertvolle Lindenblütentee.

 

Rezept: Lindenblüten Gelee

 

Lindenblüten werden auch in Tirol hauptsächlich in Form von Tee genossen. Es gibt aber das ein oder andere Rezept, das ihr ausprobieren solltet. Das Lindenblüten Gelee ist ein absoluter Geheimtipp:

 

Zutaten:

100 g Lindenblüten
1lt naturtrüben und naturbelassenen Apfelsaft
500 g. Gelierzucker, 2:1

 

Zubereitung:

Idealerweise habt ihr die Möglichkeit Lindenblüten frisch zu sammeln. Wenn nicht, könnt ihr ggf. getrocknete Lindenblüten aus dem Reformhaus (dann etwa 35g) verwenden.
Die frischen Lindenblüten einige Stunden in die Sonne legen. Den Apfelsaft auf 80°C erwärmen aber nicht aufkochen lassen. Die Lindenblüten dazugeben. Den Saft mit den Blüten nun für etwa 24 Stunden zugedeckt ziehen lassen.

Am nächsten Tag durch ein Sieb gießen und die Lindenblüten noch mit einem Löffel ausdrucken. Den Saft mit dem Gelierzucker laut Packungsanleitung zu einem Gelee einkochen.

Schmeckt hervorragend als Brotaufstrich.

Guten Appetit!

 

 

In der Kräuterdestillerie setzen wir regelmäßig frisches Lindenblüten-Mazerat an. Das wird dann beispielsweise in unserem Original Tiroler Kräuterlikör verarbeitet. Dieser wunderbare Likör und Muntermacher passt hervorragend nach einem guten Essen.

 

Wohl bekomm’s!

 

 

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