Spitzwegerich – das Hustensaftkraut

Spitzwegerich – das Hustensaftkraut

 

Wer kennt ihn nicht, den guten alten Spitzwegerich-Hustensaft?! Zumindest bei uns in Tirol kommen da Kindheitserinnerungen auf. Denn Oma und Opa haben damals darauf geschworen, sobald jemand leicht gehüstelt hat. Und das Tolle daran: Spitzwegerich-Saft schmeckt auch noch herrlich gut.

Aber das Kraut kann noch viel mehr. Was verraten wir euch hier und ihr erfahrt auch, wie ihr Kräuterbonbons selbst machen könnt…

 

 

Steckbrief Spitzwegerich

Der Spitzwegerich gehört zur Familie der Wegerichgewächse. Er ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze, die 5-15 cm hoch wird. Seine länglichen, spitz zulaufenden Blätter sind in Form einer Rosette angeordnet. Ihr erkennt sie an den typischen Blattrippen. Sie verlaufen parallel zueinander und treffen am Blattende zusammen.

 

Spitzwegerich ist eine Wildpflanze, die in den Alpen vorkommt. Aufgrund ihrer Beliebtheit wird sie aber in den letzten Jahren auch in Kräutergärten angebaut. Spitzwegerich bevorzugt sonnige Standorte und lockeren Böden. Geerntet und weiterverarbeitet werden die Blätter.

 

 

Spitzwegerich in der Tiroler Hausapotheke

Spitzwegerich gilt schon seit Jahrhunderten als schleimlösend und verdauungsfördernd. Er wird in der Tiroler Bauernapotheke bei Erkältungen, Husten und Verdauungsbeschwerden angewandt.

 

Dazu wird entweder ein Saft eingekocht – Rezept findet ihr weiter unten im Text – oder ein Teeaufguss zubereitet. Für den Tee 2 EL getrocknetes Kraut mit 200 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser aufgießen. 10 min ziehen lassen und abseihen. Der Tee kann 3 bis 5 mal am Tag getrunken werden.

 

Wir haben in unserer Kräuterbücher-Bibliothek gestöbert und einen interessanten Auszug gefunden:

„[…] …er gehört er zu den am häufigsten eingesetzten Heilpflanzen. Das ist seiner durchschlagenden antibiotischen Wirkung zu verdanken. Diese ist […] auf den sekundären Pflanzenstoff Aucubin zurückzuführen… […] “ Zitat aus „Das große Buch der Heilpflanzen – Apotheker M. Pahlow – Verlag Gräfe und Unzer – 1979.

 

An dieser Stelle möchten wir aber darauf hinweisen, dass dies keine Empfehlungen unsererseits sind, sondern alt überliefertes Kräuterwissen. Solltet ihr Beschwerden haben, bitte immer Arzt oder Apotheker konsultieren.

 

 

Spitzwegerich Hustensaft selbstgemacht

Das alte Tiroler Hausmittel gegen leichten Husten könnt ihr ganz einfach selbst herstellen. 3-5 mal am Tag kann man ihn bei Husten einnehmen. Aber wie immer wichtiger Hinweis: bei anhaltendem Husten unbedingt einen Arzt aufsuchen!

 

Zutaten
60 g frisches Spitzwegerichkraut
400 g Bienenhonig
1 Liter Wasser

 

Zubereitung
Den frischen Spitzwegerich waschen und klein schneiden. In einem Topf das Wasser zum Kochen bringen. Spitzwegerich dazugeben und kurz aufkochen. Etwa eine Stunde ziehen lassen. Dann durch ein Sieb gießen. Das Kraut wird nicht mehr benötigt, die Inhaltsstoffe sind in das Wasser übergegangen.

 

Nun den Spitzwegerichsud in einem Topf so lange köcheln lassen, bis er auf die Hälfte eingekocht ist.
Abkühlen lassen. Wenn der Sud noch etwa Körpertemperatur hat den Honig zugeben und unterrühren.

 

Der Hustensaft ist fertig. In Flaschen füllen und im Keller oder im Kühlschrank lagern.
Eine süße Alternative sind Spitzwegerich Kräuterbonbons…

 

 

Kräuterbonbons selbstgemacht

Mit nur drei Zutaten und Wasser könnt ihr selbst Kräuterbonbons herstellen. Die schmecken gut und tun gut.

 

Zutaten
100 ml starken Spitzwegerich-Aufguss
(etwa 8 g getrockneten Spitzwegerich)
300 g Zucker
2 EL Zitronensaft

 

Zubereitung
Für selbstgemachte Spitzwegerich Bonbons braucht ihr zuerst einen sehr starken Tee. Dazu Wasser zum Kochen bringen. Ca. 8 g getrocknetes Spitzwegerichkraut mit 120 ml Wasser aufgießen. Länger als gewohnt ziehen lassen, etwa 15 min. Abseihen und genau 100 ml in einen Topf geben. Zusammen mit dem Zucker und dem Zitronensaft zum Kochen bringen.

 

Einige Minuten köcheln lassen und dann den Konsistenztest machen. Mit einem Löffel wenige Tropfen nehmen und auf einen kalten Teller geben. Wenn die Tropfen gleich erstarren, hat die Masse lange genug gekocht. Nun die Bonbonmasse etwa 1 cm dick auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen. Auskühlen lassen, bis sie lauwarm ist. Dann in kleine Stücke schneiden und die noch weichen Bonbons mit den Händen zu Kugeln formen.

 

Bonbons trocknen lassen und in Staubzucker wälzen.
Schmecken himmlisch und tun gut 🙂

 


In der Kräuterdestillerie setzen wir regelmäßig frisches Spitzwegerich-Mazerat an. Das wird dann beispielsweise in unserem Original Tiroler Bauern Bitter verarbeitet. Dieser markante Kräuterbitter passt hervorragend nach einem guten Essen.

 

Wohl bekomm’s!

 

 

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