Vogelmiere – starkes zartes (Un)Kraut

Frühlingskraut Vogelmiere – starkes zartes (Un)Kraut

 

Mit dem Frühling kommen auch die ersten Wild- und Heilkräuter des Jahres. Tirols natürlicher Kräutergarten ist besonders artenreich. Welche zarten Wildkräuter ihr jetzt schon pflücken und auch essen könnt, verraten wir euch hier in den nächsten Wochen. Frühlingskräuter schmecken nämlich nicht nur in unseren Kräuterlikören und Kräuterbittern. Sie sind auch eine delikate Zutat für allerlei Gerichte. Und dabei auch noch gesund.

 

Heute stellen wir euch das (Un)Kraut Vogelmiere vor…

 

 

Steckbrief Vogelmiere

Die Vogelmiere, auch Stellaria media genannt, ist ein zartes aber sehr widerstandsfähiges Nelkengewächs. Sie wächst mitunter sogar unter einer Schneedecke. Sie liebt nährstoffreichen Boden und wo sie gedeiht, ist die kaum auszurotten. Schließlich bringt die Pflanze jährlich 5 Generationen hervor.

 

Vogelmiere enthält wertvolles pflanzliches Eiweiß, hat einen hohen Gehalt an Kalium, Vitamin C und Vitamin A. Sie enthält außerdem Phosphor, Magnesium, Kupfer und Silizium.

 

Die Vogelmiere in der Tiroler Hausapotheke

Die Vogelmiere ist auch in Tirol eher ein Geheimtipp unter den Heilkräutern. In den letzten Jahren haben wir sie als frische Zutat in der modernen Wildkräuter Küche entdeckt. Dennoch wird sie auch als Heilkraut eingesetzt.

 

Wir haben in unserer Kräuterbücher-Bibliothek gestöbert und einen interessanten Auszug gefunden:

 

„[…] als Heilpflanze wirkt die Vogelmiere schleimlösend, verdauungsfördernd und harntreibend. Außerdem fördert ihr Genuss die Aufnahme anderer Wirkstoffe. Deshalb wird sie als Tee getrunken. Dieser Aufguss regt den Stoffwechsel an, lindert Hautausschlag und hilft bei rheumatischen Beschwerden.

Die rohe Vogelmiere soll sogar einem vorzeitigen Alterungsprozess entgegenwirken. 

 […] “ Zitat aus „Das große Buch der Heilpflanzen – Apotheker M. Pahlow – Verlag Gräfe und Unzer – 1979.

 

An dieser Stelle möchten wir aber darauf hinweisen, dass dies keine Empfehlungen unsererseits sind, sondern alt überliefertes Kräuterwissen. Solltet ihr Beschwerden haben, bitte immer Arzt oder Apotheker konsultieren.

Die Vogelmiere in der Küche

Vogelmiere hat einen angenehmen, mildwürzigen Geschmack. Er erinnert etwas an Mais. Das zarte Kraut passt wunderbar zu jedem Salatgemüse. Zubereiten kann man sie aber auch wie Spinat als Gemüsebeilage. Wir probieren heute einen Pesto aus Vogelmiere aus – schmeckt wunderbar und ist eine tolle Alternative zum italienischen Basilikum Klassiker.

 

 

 

Vogelmiere-Pesto

Es muss nicht immer Basilikum sein! Warum nicht einmal einen Pesto aus dem zarten heimischen Wildkraut Vogelmiere? Passt hervorragend zu Nudeln, auf die Pizza oder auch in den Frühlings-Salat. Ganz einfach nachzumachen.

 

Zutaten
150 g frische Vogelmiere
2 EL Pinienkerne
4 EL geriebenen Hartkäse – ideal dazu Parmesan
6 EL Olivenöl
2 EL kalte Gemüsebrühe
ein Spritzer frischer Zitronensaft

 

Zubereitung
Die Vogelmiere gut waschen und trocken schütteln. Danach grob hacken. Die Pinienkerne rösten, den Käse reiben und beides zusammen mit der Vogelmiere in einem Kräuterhacker oder im Mörser zerkleinern. Olivenöl, einen Spritzer Zitronensaft und zwei Esslöffel Brühe zugeben. Alles gut durchmischen. Fertig!

 


 

Unser Kräutertipp, der nicht nur im Frühling passt: der Original Tiroler Alpenkräuter Wurzelbitter. Seit Jahrzehnten natürlich gut. Passt hervorragend nach einem guten Essen oder Abends als kleine Belohnung für den Tag.

 

Wohl bekomm’s!

 

 

 

 

 

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